Paleo Guide: Quitten

Latesummerfruitsguide

Blog Posts | 14. Oktober 2015 | By

Wörter: 632         Lesezeit: ca. 3 min

Infos: Wissenswertes über Ernte, Verarbeitung und Eigenschaften von Quitten.

Beim Herbstspaziergang vorbei an Feldern und Gärten strömt dem Einen oder Anderen so manches Mal ein aromatischer Zitronenduft in die Nase, der sehr wahrscheinlich von einem der selten gewordenen Quittenbäume ausgeht. Die faustgroßen, pelzigen, gelben Früchte waren in Großmutters Küche sehr beliebt, gerieten dann aber leider in Vergessenheit. Doch wie bei so Manchem erinnern sich Hobby- und Starbäcker, Köche und die Herausgeber bekannter Magazine wieder gerne an Traditionen und so feiert die Quitte in den letzten Jahren ein schillerndes Comeback. Und das zu Recht, ist sie doch ein richtiger Allrounder: für Gelee, Desserts, Kuchen, Likör oder herzhafte Gerichte eignet sie sich hervorragend und auch für die Gesundheit hat sie Einiges zu bieten.

Latesummerfruits

Saison & Ernte

Quitten sind Herbstfrüchte und haben von September bis in den November hinein Saison. Die Bäume sind robust, weshalb der erste Frost den Früchten generell nicht viel ausmacht. Nach einer sonnigen Sommersaison schmecken sie besonders aromatisch. Die harten Quitten enthalten viel Pektin und sollten zu dessen Erhaltung bei der späteren Verarbeitung nicht vollreif geerntet werden. Werden die Früchte knapp reif geerntet, lassen sie sich getrennt von anderen Früchten in einem kühlen, trockenen und belüfteten dunklen Raum bis zu zwei Monaten lagern. Sind die Früchte beim Kauf oder der Ernte bereits sehr reif, halten sie sich im Kühlschrank am längsten. Falls Quitten übrig bleiben, können diese entkernt, geschält, blanchiert und eingefroren werden. So halten sie sich ca. ein Jahr.

 

LatesummerfruitVerarbeitung: Quitten mögen’s heiß

Nach den ersten Absätzen fragt sich der Eine oder Andere bestimmt, wie die hübschen und leckeren Früchtchen überhaupt in Vergessenheit geraten konnten. Die Antwort könnte relativ einfach sein: Quitten haben den Ruf, sehr schlecht zu Verarbeiten zu sein und so Mancher scheut den Aufwand. Denn Quitten aus unseren Anbaugebieten sind durch ihren hohen Anteil an Gerbsäure roh nicht essbar. Sie schmecken bitter und holzig und das Fruchtfleisch ist extrem hart. Zudem haben Quitten eine pelzige Schale, die vor der Verarbeitung zunächst mit einem rauen Tuch abgerieben werden sollte. Und nun der Schlüssel zum Geschmack: Quitten mögen’s heiß. Kocht man die gelben Herbstfrüchte, können sie ihr starkes Aroma erst richtig entfalten. Das Fruchtfleisch wird angenehm weich und die Säure und der herb-holzige Geschmack werden milder. Nun können die Quitten geschält oder mit Schale zu Verschiedenem weiterverarbeitet werden. Besonders beliebt und passend zur Erntezeit der Quitten sind Rezepte wie Marmeladen, Liköre oder Konfitüre, die länger gelagert werden können und somit die Sonne in die kalte Winterzeit bringen. Aber auch als Beilage zu herzaften Gerichten, wie beispielsweise zum Entenbrustfilet, passen Quitten hervorragend.

Latesummerpiece

Quitten als Heilmittel

Doch nicht nur in der Küche sind die Herbstfrüchte wahre Meister: ihr zweites Standbein haben die Quitten in der Welt der Naturmedizin und Hausmittel. Sie sind echte Vitaminbomben und enthalten Ballaststoffe, Kalium, Folsäure, Eisen, Zink, Vitamin C und Vitamin A. Bereits seit der Antike wird ihnen eine heilende Wirkung bei Husten, Magen- und Darmproblemen und Fieber nachgesagt. Ein beliebtes Heilmittel ist der sogenannte Quittenschleim, der durch das Ansetzen von Quittenkernen (nicht gehackt oder gestoßen, sondern ganze Kerne, da sonst giftige Blausäure austreten kann) mit der 8-fachen Menge Wasser entsteht. Der Schleim kann zur äußeren Anwendung bei Sonnenbrand und Wunden oder zur inneren Anwendung bei Husten, Halsschmerzen und Magenentzündungen zum Einsatz kommen. Aus den Blättern des Quittenbaumes kann ein Tee aufgebrüht werden, der gegen Unruhe, Schlaflosigkeit und Verdauungsstörungen helfen kann.

Anbautipps

Quittenbäume können im eigenen Garten angebaut werden, sofern genügend Platz vorhanden ist. Die Bäume können bis zu acht Meter hoch werden, daher sollte genügend Abstand zur Grundstücksgrenze und zu Hausmauern eingehalten werden. Der einfachste Weg für eine gute Fruchtqualität ist es, sich eine bereits gepfropfte Pflanze zu kaufen und diese im Herbst oder im Frühjahr einzupflanzen. Die Bäume tragen frühestens nach vier und spätestens nach acht Jahren nach dem Pflanzen Früchte.

 

Comments

  1. Leave a Reply

    strona
    28. Juni 2016

    I like your post very much:-). Looking forwad fore more. Goog luck!

Leave a Comment

You can use these HTML tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>